DIW Wochenbericht 26 / 2026, S. 415-422
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„Den Großteil der Handelssanktionen verhängen Industriestaaten, allen voran die USA. Seit dem Ukraine-Russland-Konflikt und dem US-chinesischen Handelskonflikt werden auch größere Volkswirtschaften wie Russland sanktioniert, worauf diese wiederum mit Gegensanktionen reagieren.“ Josefin Meyer
Handelssanktionen kommen seit den 1960er Jahren vermehrt zum Einsatz und machen mittlerweile ein Drittel aller Wirtschaftssanktionen aus. Die wirtschaftlichen Kosten, die durch das Einführen von Handelssanktionen entstehen, variieren je nach Handelsstruktur des betroffenen Landes. Untersucht werden Einbußen des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf unter der Berücksichtigung der sanktionierten Handelsströme. Betreffen Importsanktionen das Exportvolumen des Ziellandes im Umfang von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts, kann die Wirtschaftsleistung pro Kopf um bis zu 1,6 Prozentpunkte sinken. Länder mit wenigen Handelspartnern oder stark rohstofflastigen Exporten können stärker von den Handelssanktionen betroffen sein. Dabei können Importsanktionen, der Stopp von Importen aus dem sanktionierten Land, stärker wirken als Exportsanktionen. Bei der Festlegung des Umfangs von Handelssanktionen sollten daher verschiedene handelsspezifische Faktoren berücksichtigt werden.
Der internationale Handel hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Zu den Einflussfaktoren zählen wirtschaftspolitische Maßnahmen wie die im Russland-Ukraine-Krieg verhängten Handelssanktionen, sowie der seit 2017 andauernde Handelskonflikt zwischen China und den USA und die damit einhergehende protektionistische Handelspolitik.
Es wird deutlich, dass tiefe wirtschaftliche Integration nicht nur Effizienzgewinne generiert, sondern auch Abhängigkeiten schafft, die für wirtschaftspolitische Ziele instrumentalisiert werden können. Mit HandelssanktionenDie hier betrachteten Handelssanktionen beziehen sich auf Export- und Importverbote. Bei den Importsanktionen stoppt das sanktionierende Land die Importe aus dem Zielland. Demnach werden die Exporte des Ziellandes sanktioniert. Bei den Exportsanktionen stoppt das sanktionierende Land die Exporte in das Zielland. Demnach werden die Importe des Ziellandes sanktioniert. kann Druck ausgeübt werden, indem dem sanktionierten Land wirtschaftliche Kosten entstehen können, indem es bestimmte Güter nicht mehr handeln kann oder die dazugehörigen Lieferketten unterbrochen sind.
Wie hoch die wirtschaftlichen Kosten der Sanktionen ausfallen, hängt jedoch von zahlreichen Faktoren ab, wie etwa vom Zeitpunkt ihrer Einführung.Mian Dai et al. (2021): Timing the impact of sanctions on trade, in: Handbook on Economic Sanctions, 411–437. Mit Ausnahme einiger Länderstudien wurden diese Kosten bislang häufig unabhängig von ihrem Umfang und den jeweils betroffenen Wirtschaftssektoren geschätzt.
Dieser Wochenbericht untersucht die in einer Globalen SanktionsdatenbankGabriel Felbermayr et al. (2020): The global sanctions data base. European Economic Review, 129, 103561. erfassten Handelssanktionen nach den betroffenen Wirtschaftssektoren und den entsprechenden Handelsströmen. Um den Umfang von Handelssanktionen zu messen, werden die sanktionierten Handelsströme ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) des betroffenen Landes gesetzt. Anschließend wird mit dem Differenz-von-Differenzen-Ansatz mittels lokaler Regression geschätzt, in welchem Ausmaß das BIP pro Kopf durch die Sanktionen reduziert werden kann (Kasten).
Handelssanktionen können durch den Umfang des sanktionierten Handels eine unterschiedliche Intensität auf das Bruttoinlandsprodukt des sanktionierten Landes aufweisen. Vorherige Studien untersuchten dabei den Effekt von Handelssanktionen auf das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf mit nur einer Indikatorvariable. Der hier beschriebene Ansatz ergänzt diese Studien, indem er die Handelssanktionen nach betroffenen Sektoren und das damit verbundene Handelsvolumen aufschlüsselt. Die Intensität von Handelssanktionen bemisst sich an den von Sanktionen betroffenen Handelsumfang.
Die zugrundeliegende Formel summiert dabei den Anteil des sanktionierten Handels zwischen zwei Ländern von allen sanktionierenden Ländern auf und setzte diese in Relation zu der Wirtschaftsleistung des zu sanktionierenden Landes.
Der Term bezeichnet den Handel des sanktionierten Landes a mit dem Handelspartner b im Jahr vor Sanktionseinführung. Der Ausdruck steht für den Anteil des bilateralen Handels, auf den eine Sanktion angewendet wird, wobei den Anteil des nicht sanktionierten Handels zwischen a und b im Jahr angibt.
Um die Kosten des BIP pro Kopf mittels einer Regression zu schätzen, wird das Maß für die Intensität von Handelssanktionen in der Gleichung als erklärende Variable eingesetzt. Die Schätzung erfolgt durch eine Differenz-von-Differenzen-Schätzung mittels lokaler Regression. Dabei wird die Veränderung des BIP-pro-Kopf-Niveaus in den ersten fünf Jahren nach der Verhängung der Sanktion zu dem Wert vor Sanktionseinführung berechnet. Diese Veränderung wird in Abhängigkeit des Umfangs des sanktionierten Handels und der Wirtschaftsleistung des betroffenen Landes in den vorherigen drei Jahren geschätzt:
Die Differenz bezieht sich auf die aggregierte Veränderung des logarithmierten realen Pro-Kopf-BIP vom Jahr bis zum Jahr . Der Term berücksichtigt länderspezifische Jahreseffekte. misst das sanktionierte Handelsvolumen als Anteil der Wirtschaftsleistung des betroffenen Land in dem Jahr vor der Sanktionseinführung. Als Kontrollvariable dient BIP pro Kopf des sanktionierten Landes in den drei Jahren vor Sanktionseinführung.
Die Analyse unterteilt im weiteren Verlauf die Stichprobe der sanktionierten Länder nach ihrer Handelspartnerkonzentration. Ein gängiges Maß für die Messung der Konzentration des Handels ist der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI):
Der Index liegt definitionsgemäß zwischen 0 und 1, wobei ein höherer Wert bedeutet, dass sich das sanktionierte Land für einen größeren Anteil seines Handels auf eine kleinere Anzahl von Partnern stützt.
Untersucht werden 748 bilaterale Handelssanktionen, von denen 121 Länder betroffen waren und sind und die in dem Zeitraum von 1962 bis 2020 eingeführt wurden (Abbildung 1). Handelssanktionen werden hauptsächlich von Industriestaaten, allen voran von den USA und der EU, verhängt. Mehr als die Hälfte der von ihnen verhängten Sanktionen wurden gegen einkommensschwache Länder verhängt, viele weitere gegen China und Russland.
Um den Umfang des sanktionierten Handels der 748 bilateralen Handelssanktionen zu quantifizieren, werden erstmals die betroffenen Güterklassen und Wirtschaftssektoren mit Hilfe von offiziellen Dokumenten und Länderstudien identifiziert.Martin Bernstein et al. (2026): Dependencies and Their Weaponization: The Economic Impact of Trade Sanctions. DIW Discussion Papers Nr 2148, 37 (online verfügbar; abgerufen am 17. Juni 2026. Dies gilt auch für alle anderen Onlinequellen dieses Berichts, sofern nicht anders vermerkt). Das untersuchte sanktionierte Handelsvolumen bezieht sich auf den Handel der betroffenen Güterklassen und Wirtschaftssektoren im Jahr vor der Sanktionseinführung. Import- und Exportsanktionen adressieren dabei unterschiedliche Güterklassen. Die betroffenen Handelsströme werden nach den Güterklassen Landwirtschaft, Mineralien und Metalle, Energie, einfachere Industriegüter und Hochtechnologiegüter unterteilt. Hierbei zeigt sich, dass Exportsanktionen hauptsächlich im High-Tech-Sektor auferlegt werden (Abbildung 2). High-Tech-Sanktionen finden hauptsächlich zwischen denjenigen Ländern statt, die im internationalen Wettbewerb um technologische Entwicklungen um eine Führungsposition ringen. Während des Kalten Krieges richteten sich diese Handelsrestriktionen vorwiegend gegen China und Russland, aber auch gegen Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei. Inzwischen unterliegt China mit 70 bis 90 Prozent dem Großteil der Exportsanktionen im High-Tech-Sektor.
Sanktionen auf landwirtschaftliche Handelsgüter treten hingegen häufig im Kontext regionaler bilateraler Konflikte auf, wie etwa im Fall des Handelsstreits zwischen Georgien und Russland ab 2006 oder dem langjährigen Embargo zwischen Kuba und den USA seit 1960. Exportsanktionen auf Energiegüter richteten sich bis zum Stichprobenende im Jahr 2020 hauptsächlich auf Nordkorea.
Handelsflüsse, die Importsanktionen unterliegen, sind hingegen größtenteils auf den seit 2014 bestehenden Russland-Ukraine-Konflikt zurückzuführen, in dem hauptsächlich die Europäische Union den Import russischer Energie sanktionierte (Abbildung 2).
Im nächsten Schritt wird untersucht, in welchem Umfang sanktionierte Handelsströme mit der Veränderung des BIP pro Kopf in den betroffenen Ländern einhergehen können (Kasten). So genannte Impuls-Antwort-Funktionen stellen den sich daraus ergebenen Zusammenhang dar (Abbildung 3). Die Impuls-Antwort-Funktion zeigt, wie sich das BIP pro Kopf in den ersten fünf Jahren nach der Einführung von Export- und Importsanktionen gegenüber dem Jahr vor den Sanktionen verändert. Für Export- und Importsanktionen werden die Impuls-Antwort-Funktionen auf jährlicher Basis und mit Fünf-Jahres-Durchschnittswerten berechnet. Für beide Sanktionstypen gilt, dass Schätzwerte auf jährlicher Basis keine signifikanten Ergebnisse zu finden sind. Die Literatur verweist dafür auf verschiedene Erklärungen. Zum einen können die Sanktionen antizipiert werden, sodass es schon vor Sanktionseinführung zu Handelsumlenkungseffekten kommt.Oleg Itskhoki und Irina Ribakova (2024): The Economics of International Sanctions. 7th Annual Macroprudential Conference, Stockholm, August. Andererseits können Sanktionen auch durch einen erhöhten inländischen HandelMario Larch, Jeff Luckstead und Yoto V. Yotov (2024): Economic sanctions and agricultural trade. American Journal of Agricultural Economics, 106, 1477–1517., sowie durch eine rasche Umleitung des Handels zu neuen Handelspartnern abgefedert werden.Thomas Biersteker und Peter A.G. van Bergeijk (2015): How and when do sanctions work?: The Evidence, in: On target? EU sanctions as security policy tools, 17–28. Dazu gehören hohe Lagerbestände von den vormals nicht sanktionierten Gütern sowie das Erschaffen von oder das Zurückgreifen auf Alternativgüter. Darüber hinaus ist es üblich, dass sanktionierende Länder Handelsgenehmigungen vergeben, die den Handel mit dem sanktionierten Land trotzdem ermöglichen.Ohyun Kwon, Constantinos Syropoulos und Yoto V. Yotov (2022): Do Sanctions Affect Growth? CESifo Working Paper Nr. 9818 (online verfügbar); Gabriel Felbermayr et al. (2025): On the heterogeneous effects of sanctions on trade. Canadian Journal of Economics, 58, 247–280.
Die Fünf-Jahres-Durchschnittswerte erzielen teilweise signifikante Ergebnisse auf dem Zehn-Prozent-Signifikanzniveau. Demnach können Importsanktionen im Wert von einem Prozent der Wirtschaftsleistung damit einhergehen, dass das BIP pro Kopf um bis zu 1,6 Prozentpunkte innerhalb der ersten drei Jahre nach Sanktionsbeginn sinkt (Abbildung 3). Im Gegensatz dazu führen Exportsanktionen im Wert von einem Prozent der Wirtschaftsleistung lediglich zu Einbußen des BIP pro Kopf von bis zu 0,5 Prozentpunkten in den ersten drei Jahren. (Abbildung 3).
Der unterschiedliche Einfluss von Export- und Importsanktionen auf die Wirtschaftsleistung des sanktionierten Landes lässt sich vor allem auf Handelsumlenkungseffekte und die verschiedenen sanktionierten Handelsgüter zurückzuführen: Bei den Exportsanktionen wird hauptsächlich der Export von Industriegütern in das Zielland gestoppt, wobei es sich neben China zumeist als Schwellen- und Entwicklungsländer eingestufte Länder handelt (Abbildung 1). Diese Länder sind besonders auf den Import von Innovationen und neuen Technologien angewiesen (Abbildung 3). Ein Stopp dieser Güter beschränkt den internationalen Austausch von Innovationen ein und kann sich damit negativ auf das Wirtschaftswachstums des sanktionierenden Landes auswirken.Philippe Aghion und Peter Howitt (1992): A Model of growth through creative Destruction. Econometrica 60(2), 323–351; Diego Comin und Marti Mestieri (2014): Technology Diffusion: Measurement, Causes, and Consequences, in: Handbook of Economic Growth, Vol. 2. Elsevier, 565–622.
Um die Konzentration von Handelspartnern zu messen, lässt sich mithilfe des Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) berechnen, wie viele Handelspartner das sanktionierte Land in Bezug auf das Handelsvolumen hat (Kasten). Ein HHI nahe eins bedeutet, dass das sanktionierte Land nur wenige Handelspartner mit jeweils hohem relativem Handelsvolumen aufweist. Ein Wert nahe null hingegen deutet auf viele Handelspartner mit geringerem Handelsvolumen hin. Für jedes betroffene Land wird in diesem Wochenbericht zum Zeitpunkt der Sanktionseinführung der HHI berechnet und der Datensatz nach Ländern mit hohem und niedrigem HHI entlang des Medianwertes unterteilt. Für beide Stichproben werden die Impuls-Antwort-Funktionen geschätzt (Abbildung 4).
Länder mit hoher Handelspartnerkonzentration und sanktioniertem Handel im Umfang von einem Prozent des BIP sind mit Einbußen des BIP pro Kopf von durchschnittlich 1,3 Prozentpunkten innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Einführung von Importsanktionen konfrontiert. Im Gegensatz dazu können Länder mit vielen Handelspartnern ihr BIP pro Kopf sogar im Durchschnitt erhöhen.
Länder, die mit Gütern handeln, die sich kaum auf andere Handelspartner oder Güter umlenken lassen, können besonders stark von Sanktionen betroffen sein. Wer etwa stark auf den Import strategisch wichtiger Rohstoffe angewiesen ist, dem können durch Sanktionen zentrale Bausteine für die eigene Produktion wegfallen. Ebenso geraten Länder unter Druck, die sich beim Export auf nur wenige Produkte stützen.
Daher wird im Weiteren die Stichprobe der sanktionierten Länder nach deren Rohstoffabhängigkeit unterteilt. Ein Land ist dann besonders rohstoffabhängig, wenn Rohstoffe über 60 Prozent seines Exports beziehungsweise Imports ausmachen.UNCTAD (2025): The State of Commodity Dependence 2025 (online verfügbar). Wie bei den vorherigen Schätzungen stellen die Impuls-Antwort-Funktionen die Entwicklung des BIP pro Kopf dar (Abbildung 5). Werden Exporte eines stark von Rohstoffexporten abhängigen Landes im Umfang von einem Prozent des BIP sanktioniert, kann das zu BIP pro Kopf Einbußen von bis zu zwei Prozentpunkten führen. Im Gegensatz dazu scheinen Länder mit einer hohen Abhängigkeit von Rohstoffimporten nicht stärker anfällig gegenüber Handelssanktionen zu sein.
Dieser Wochenbericht zeigt, wie sich der Umfang von Handelssanktionen auf die Wirtschaftsleistung pro Kopf der sanktionierten Länder auswirkt. Dazu wurde erstmals das betroffene Handelsvolumen für 748 Handelssanktionen, die zwischen 1962 und 2020 eingeführt wurden, nach Güterklassen aufgeschlüsselt.
Handelssanktionen im Umfang von einem Prozent des BIP gehen in den ersten drei Jahren je nach Handelsrichtung mit Einbußen von 0,5 bis zu 1,6 Prozentpunkte des BIP pro Kopf im Vergleich zum Jahr vor der Sanktionseinführung einher. Dabei wirken Importsanktionen, also ein Verbot von Importen aus den sanktionierten Ländern stärker als Exportsanktionen. Sanktionierte Länder mit hohen Rohstoffexporten beziehungsweise nur wenigen Handelspartnern, bei denen nicht die Möglichkeit besteht, auf andere Handelspartner auszuweichen, können stärker von Handelssanktionen getroffen werden; sie können ihren Handel kaum verlagern.
Tendenziell geringer fallen die Auswirkungen der Sanktionen in Ländern aus, die über eine diversifizierte Handelsstruktur, etwa durch eine breite Güterpalette oder mehrere Handelspartner, verfügen. Die Einbußen in der Wirtschaftsleistung pro Kopf können daher durch Maßnahmen wie die Verlagerung der Produktion in geografisch nahe Länder (Nearshoring) oder in politisch oder wirtschaftlich verbündete Länder (Friendshoring) sowie durch das Entwickeln neuer Technologien , die bei der Produktion weniger kritische Güter benötigen, verringert werden.Jean Pisani-Ferry, Beatrice Weder di Mauro und Jeromin Zettelmeyer (2024): How to de-risk: European economic security in a world of interdependence. Policy Brief 07, Bruegel (online verfügbar); Laura Alfaro et al. (2025): Trade and Industrial Policy in Supply Chains: Directed Technological Change in rare earth. NBER Working Paper 33877 (online verfügbar).
Inwieweit Handelssanktionen geeignet sind, hinreichend hohe ökonomische Kosten zur Durchsetzung politischer Ziele zu verursachen, wird in diesem Wochenbericht nicht behandelt. Frühere Studien zeigen jedoch, dass die Ausgestaltung von Sanktionen komplex ist und ihre Wirksamkeit häufig begrenzt bleibt, sodass sie gemessen an ihren politischen Zielsetzungen oft nicht erfolgreich sind.Demnach wurden die mit den Sanktionen verbundenen politischen Ziele in nur fünf bis 35 Prozent aller Sanktionen zum Teil erreicht, vgl. Gary Clyde Hufbauer, Jeffrey J. Schott und Kimberly Ann Elliott (2007): Economic sanctions reconsidered: History and current policy. Peterson Institute.
Bei der Bestimmung des Umfangs von Handelssanktionen sollten daher die sanktionierenden Staaten verschiedene Faktoren berücksichtigen.Jean Imbs und Laurent Pauwels (2024): An empirical approximation of the effects of trade sanctions with an application to Russia. Economic Policy,, 39 (117), 159–200. Dabei ist die mögliche Umlenkung von Handelsströmen bei Export- als auch bei Importsanktionen mit einzubeziehen. So hat Russland infolge europäischer Importsanktionen zwar seine Rohstoffexporte nach Europa reduziert, gleichzeitig jedoch seine Ausfuhren nach Asien ausgeweitet.Lisandra Flach (2024): Quantifying the partial and general equilibrium effects of sanctions on Russia. Review of International Economics, 32(1), 281–323.
Darüber hinaus können indirekte Handelswege genutzt werden, um Sanktionen zu umgehen, insbesondere wenn Sanktionen nur den direkten bilateralen Handel betreffen. Ist beispielsweise nur der direkte Export von bestimmten Handelsgütern untersagt, können die entsprechenden Güter teilweise weiterhin über Drittstaaten in das sanktionierte Land gelangen.Ohyun Kwon, Constantinos Syropoulos und Yoto V. Yotov (2024): Identifying and quantifying the extraterritorial effects of sanctions. European Economic Review, 170, 104888.
JEL-Classification: F14;F51
Keywords: Trade sanctions
DOI:
https://doi.org/10.18723/diw_wb:2026-26-1
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