Weitere referierte Aufsätze
Geraldine Dany-Knedlik, Oliver Holtemöller, Stefan Kooths, Torsten Schmidt, Timo Wollmershäuser
In: Wirtschaftsdienst 106 (2026), 4, S. 253-257
Nach einem mehrjährigen Abschwung hat im Verlauf des vergangenen Jahres eine Erholung in Deutschland eingesetzt. Während die exportorientierte Industrie angesichts weiter abnehmender Wettbewerbsfähigkeit, hoher geopolitischer Unsicherheit und handelspolitischer Belastungen kaum Tritt fasste, wurde die Erholung maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen. Der Energiepreisschock, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, dämpft die Erholung, dürfte sie aber nicht vollständig zum Erliegen bringen. Dafür sorgt der erheblich expansive Kurs der Finanzpolitik, der vor allem Unternehmen der Verteidigungsindustrie und des Tiefbaus stützt. Im Großteil des Verarbeitenden Gewerbes bleibt die Lage jedoch verhalten. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 0,6 % und im Jahr 2027 um 0,9 % zunehmen, nachdem die Wirtschaftsleistung im Vorjahr mit einem Anstieg von 0,2 % kaum mehr als stagniert hat. Im Vergleich zum Herbstgutachten 2025 haben die an der Gemeinschaftsdiagnose beteiligten Institute damit ihre Prognose für das laufende Jahr deutlich um 0,6 Prozentpunkte und für das kommende Jahr um 0,4 Prozentpunkte nach unten korrigiert.
Following a downturn that lasted several years, a recovery began in Germany during the past year. While export-oriented in¬dustry struggled to make headway amid further declines in competitiveness, high geopolitical uncertainty, and persistent trade policy burdens, the recovery was driven largely by the domestic economy. The energy price shock triggered by the war in Iran is likely to dampen the recovery in Germany, but not bring it to a complete standstill. This will be ensured by the significantly expansionary fiscal policy, which primarily supports companies in the defense industry and civil engineering. In most of the manufacturing sector, however, the situation remains subdued. Gross domestic product is expected to grow by 0.6% this year and by 0.9% in 2027, compared with a rise of just 0.2% last year. Compared to the Joint Economic Forecast of Autumn 2025, the institutes have thus revised their forecast downward by a signifi¬cant 0.6 percentage points for the current year and by 0.4 percentage points for the coming year.
Topics: Resource markets, Business cycles, Energy economics
JEL-Classification: E32;E37;E62
DOI:
https://doi.org/10.2478/wd-2026-0065