Bericht vom 12. Oktober 2026
Am 8. und 9. Oktober traf sich das Team des Forschungsprojekts „Längsschnittstudie zu Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland (SUARE)“ am DIW Berlin zum Auftakt der zweiten Projektphase.
SUARE begleitet Menschen, die infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nach Deutschland geflohen sind, und erhebt wichtige Daten zu deren Lebensumständen, Arbeitsmarktintegration, Gesundheit, Familie und Bildung. Durch eine Einbettung in das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) sowie die IAB-BAMF-SOEP Befragung von Geflüchteten, ermöglicht die Studie Vergleiche mit anderen Migrationsgruppen in Deutschland. Das Projekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Die Kick-off-Veranstaltung am DIW begann mit einem Impulsvortrag von Prof. Vilde Hernes (Oslo Metropolitan University) über die politischen Reaktionen auf die Ankunft ukrainischer Geflüchteter in Europa. Die zweite Förderphase steht unter dem Eindruck des anhaltenden Krieges. „Die Perspektive ukrainischer Geflüchteter bleibt unsicher; nicht nur wegen der Unsicherheit um die Konditionen eines möglichen Waffenstillstands, sondern auch der sich ständig ändernden politischen Bedingungen in den Aufnahmeländern“, betonte Prof. Hernes.
In der zweiten Förderphase von SUARE liegt ein Schwerpunkt auf den langfristigen Folgen familiärer Veränderungen im Zuge der Flucht, insbesondere für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei werden Bildungs- und Gesundheitsverläufe, psychosoziales Wohlbefinden, Diskriminierungserfahrungen und der Zugang zur Gesundheitsversorgung untersucht. Aus den Diskussionen mit den geladenen Expert*innen gingen konkrete Vorschläge hervor, die von neuen Inhalten für die Fragebögen bis hin zur Datenverknüpfung und der Zusammenarbeit mit anderen Studien reichten.
Auf SOEP-Seite wird das Projekt von Prof. Sabine Zinn, Dr. Elena Sommer, Dr. Louise Biddle und Prof. Adriana Rocío Cardozo Silva (Hochschule Hannover) geleitet. Am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind Prof. Yuliya Kosyakova und Dr. habil. Kseniia Gatskova federführend.
Projektgruppe beim Kick-Off Meeting SUARE I/II
© DIW Berlin