Pressemitteilung vom 31. Mai 2011
Neuer DFG-Sonderforschungsbereich unter Beteiligung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)
Männlich oder weiblich, jung oder alt, dick oder dünn – Menschen sind verschieden. Sie unterscheiden sich auch in ihrer Bildung, ihren Vorlieben und ihren Weltanschauungen. Wie entstehen aus solchen Heterogenitäten soziale Ungleichheiten? Welche sozialen Mechanismen stehen dahinter? Diesen Fragen geht der neue Sonderforschungsbereich (SFB) „Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten“ an der Universität Bielefeld unter Beteiligung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW nach. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Sonderforschungsbereich 882 am 25. Mai bewilligt. Es ist seit zehn Jahren der erste neue soziologische SFB.
„Die Hürden, einen Sonderforschungsbereich zu errichten, haben sich in den vergangenen Jahren enorm erhöht. Der Bielefelder Erfolg kann gar nicht hoch genug gewertet werden“, sagt DIW-Vorstand Prof. Dr. Gert G. Wagner. „Umso mehr freut es uns, dass das DIW an dem Projekt beteiligt ist.“
Die Langzeiterhebung Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) liefert die zentrale Datenbasis für sechs von 15 geförderten Teilprojekten des SFB. Wissenschaftler des SOEP sowie DIW-Forschungsprofessoren leiten mehrere Forschungsprojekte.
- Wie entstehen individuelle Kompetenzen und Qualifikationen? Und inwiefern führen diese im Laufe des Lebens zu Bevorzugung oder Benachteiligung? SOEP-Leiter Prof. Dr. Jürgen Schupp verantwortet gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Diewald, Sprecher des SFB und DIW-Forschungsprofessor, das Teilprojekt "Soziale Schließung und Hierarchisierung. Kontextuelle Bedingungen ungleicher Entwicklungschancen in frühen Lebensphasen".
- Wie ändert sich die Vorstellung von Gerechtigkeit im Laufe des Lebens? DIW-Forschungsprofessor Prof. Dr. Stefan Liebig leitet das Teilprojekt „Die Legitimation von Ungleichheiten - Strukturelle Bedingungen von Gerechtigkeitseinstellungen“. Darüber hinaus widmet er sich in einem weiteren Projekt der Frage, wie sich durch Entscheidungen in Betrieben gesellschaftliche Ungleichheiten verfestigen.
- Das Thema „Bildungsarmt im internationalen Vergleich“ verantwortet Prof. Dr. Henning Lohmann, Juniorprofessor an der Universität Bielefeld. Bis April 2011 war er Mitarbeiter des SOEP am DIW Berlin.
DAS SOEP wurde 1983 als Teilprojekt eines DFG-Sonderforschungsbereichs der Universitäten Frankfurt am Main und Mannheim gegründet. „Wir freuen uns, dass die Langzeiterhebung SOEP unter das Dach eines Sonderforschungsbereichs zurückgekehrt ist“, sagt SOEP-Leiter Prof. Dr. Jürgen Schupp.