Entscheidung unter Unsicherheit – Familiengründung und -erweiterung im Erwerbsverlauf

Referierte Aufsätze Web of Science

Nicole Brose

In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (KZfSS) 60 (2008), 1, 30-52

Abstract

Die vorliegende Untersuchung analysiert den Einfluss des Einkommens und ökonomischer Unsicherheit auf Familiengründungs- und Familienerweiterungsentscheidungen westdeutscher Frauen. Die Analysen auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels zeigen, dass das Einkommen und die Einkommenssicherheit des Partners einen positiven Einfluss auf die Familiengründungsbereitschaft von Frauen ausüben. Umgekehrt verhindern ökonomische Abstiege des Partners den Übergang zum zweiten Kind. Damit können die Ressourcen in Partnerschaften als Sozialkapital interpretiert werden, die Frauen die Realisierung von Kinderwünschen erleichtern. Des Weiteren zeigt die Untersuchung, dass negative Effekte auf den Übergang zum ersten Kind ausschließlich von dauerhaften Unsicherheitserfahrungen am Arbeitsmarkt ausgehen. Dies gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Die Ergebnisse legen damit nahe, dass Frauen auf Ausgrenzungs- und Unsicherheitserfahrungen nicht mit dem Rückzug vom Arbeitsmarkt reagieren. Somit scheint die berufliche Etablierung auch für Frauen eine wichtige Voraussetzung für die Familiengründung zu sein. Überdies zeigt sich, dass die allgemeine Unsicherheitserfahrung am Arbeitsmarkt kaum Einfluss auf Geburtenentscheidungen nimmt. Individuelle Erfahrungen erweisen sich als weitaus bedeutsamer als makroökonomische Entwicklungen.



Keywords: Familiengründung, Familienerweiterung, Erwerbsverlauf, Unsicherheit, Beschäftigung, soziales Kapital, Family Formation, Family Expansion, Occupational Career, Uncertainty, Occupation
DOI:
https://doi.org/10.1007/s11577-008-0002-0

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