Führungskräfte-Monitor 2015: Update 2001 - 2013

Diskussionspapiere extern

Elke Holst, Anne Busch-Heizmann, Anna Wieber

Berlin: DIW Berlin, 2015,
(DIW Berlin: Politikberatung kompakt Nr. 100)

Abstract

Das Thema Gender ist in den vergangenen Jahren immer stärker in unser gesellschaftspolitisches Bewusstsein in Deutschland gelangt. Die Erkenntnis der enormen gesellschaftlichen und auch wirtschaftlichen Bedeutung von Chancengleichheit wird wissenschaftlich immer stärker und weitreichender untermauert. Dies gilt vor allem auch für Mädchen und Frauen in allen Lebensbereichen, von Bildung über Familie bis zu Beruf und Karriere. In den vergangenen Jahren wurden wichtige Fortschritte gemacht. Trotzdem gibt es gerade in Deutschland im Bereich Gender großen Reformbedarf, auch um den Beispielen führender Länder folgen zu können. Das Ziel von mehr Frauen in Führungspositionen ist mittlerweile von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft akzeptiert. Der anliegende Führungskräfte-Monitor 2015 (Update 2001- 2013) vom DIW Berlin informiert anhand von 9 Kern- und 51 Einzelindikatoren nicht nur über Entwicklung der Frauenanteile in Führungspositionen, sondern gibt auch einen vielfältigen Einblick in berufliche und private Lebenswirklichkeiten von in der Privatwirtschaft in Führungspositionen tätigen Frauen und Männern. Er zeigt zudem auch auf, wie das Ziel von mehr Frauen in Führungspositionen nachhaltig erreicht werden kann. Der Frauenanteil in Führungspositionen nimmt insgesamt zwar zu, die Dynamik ist aber in den letzten Jahren in Westdeutschland verhalten. Besonders gering scheinen die Aufstiegschancen für Frauen im Finanzsektor zu sein. Widersprüchliche Ergebnisse finden sich bei der Entwicklung der Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen: Während auf Basis des arithmetischen Mittelwerts eine Verringerung des Gender Pay Gap seit 2001 stattfand, ist der Median, der als robustere Größe für die Beschreibung von Einkommensunterschieden gilt, gegenüber 2001 kaum kleiner geworden. Auf Notwendigkeiten der Umgestaltung der betrieblichen Organisation deuten weitere Ergebnisse hin: Beide Geschlechter wünschen sich eine erhebliche Reduktion der überlangen Arbeitszeiten in Führungspositionen. Sie äußern ein hohes Stressempfinden, das sich auch auf ihr Privatleben überträgt. Das gilt besonders für Frauen – die auch als Führungskräfte die meiste Hausarbeit leisten. Mehr Zeitsouveränität und eine stärkere Berücksichtigung der Lebensverlaufsperspektive in Karrieremodellen von Führungskräften beider Geschlechter könnten den Stress verringern und die Erreichung des Ziels von mehr Frauen in Führungspositionen fördern.

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