Aufsätze in Sammelwerken 2018
Fabian Kratz, Gerrit Bauer, Josef Brüderl
In:
Marco Giesselmann, Katrin Golsch, Henning Lohmann, Alexander Schmidt-Catran ,
Lebensbedingungen in Deutschland in der Längsschnittperspektive (Festschrift für Hans-Jürgen Andreß)
Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden
71-88
Eine Vielzahl an empirischen Studien hat den Einfluss der Ressourcen des Elternhauses auf unterschiedliche Ungleichheitsdimensionen untersucht. Ein zentraler Befund dieser Studien ist, dass Ungleichheit vererbt wird. Allerdings haben diese Studien nur jeweils einzelne Ungleichheitsdimensionen untersucht. Zudem arbeiten diese Studien meist zeitpunktbezogen, indem sie die Ungleichheit in der Kindergeneration nur zu einem bestimmten Alter beleuchten. Diese Einschränkungen versuchen wir in dieser Studie aufzulösen, indem wir a) die Lebenszufriedenheit als zusammenfassendes Ungleichheitsmaß betrachten und b) eine Lebensverlaufsperspektive einnehmen. Wir verwenden Daten des Sozioökonomischen Panels (SOEP) 1984-2014 und schätzen Wachstumskurvenmodelle der Lebenszufriedenheit. Die Ergebnisse zeigen, dass im jungen Erwachsenenalter nur kleine Herkunftsunterschiede in der Lebenszufriedenheit bestehen. Ab einem Alter von 30 bis zu einem Alter von 50 Lebensjahren nimmt der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Lebenszufriedenheit jedoch stetig zu. Dieses Muster der Divergenz ist konsistent mit der Vorhersage der Theorie der sozialen Produktionsfunktionen bzw. der Theorie der kumulativen Verursachung.
Themen: Ungleichheit