Aufsätze in Sammelwerken 2008
Jens Kratzmann, Thorsten Schneider
In:
Jörg Ramseger, Matthea Wagener ,
Chancenungleichheit in der Grundschule. Ursachen und Wege aus der Krise
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
295-298
Seit einigen Jahren ist ein verstärktes Interesse an sozialen Disparitäten im deutschen Bildungssystem zu beobachten. Dabei lag der Fokus in der empirischen Forschung zunächst auf dem Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I. Erst in jüngerer Zeit wird vermehrt nach der Bedeutung vorschulischer Bildungsinstitutionen, insbesondere nach der des Kindergartens, für die Entwicklung und den späteren Bildungserfolg der Kinder gefragt. Der Kindergarten als erste Stufe des Bildungssystems zeichnet sich dadurch aus, dass die Teilnahme freiwillig und kostenpflichtig ist. Neben einer zum Teil auftretenden regionalen Unterversorgung sind dies die beiden zentralen Gründe, warum nicht alle Kinder ab einem Alter von drei Jahren den Kindergarten besuchen. Die Fragen nach den Determinanten der Inanspruchnahme des Kindergartens, nach der Bedeutung der Besuchsdauer für den späteren Bildungsverlauf, aber auch nach der Qualität des Kindergartens spielen deshalb in der Forschung eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt der vorliegenden Studie steht die Frage, ob der frühe Besuch eines Kindergartens die Startchancen von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern im Schulsystem verbessert. Als Indikator für ungünstige Startchancen wird die Verzögerung der Schullaufbahn durch eine Rückstellung von der Einschulung betrachtet. Zur Analyse werden empirische Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) herangezogen.
Themen: Bildung