Zur Entwicklung von Armutsrisiken bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Auswertungen auf Basis des SOEP im Rahmen des 14. Kinder- und Jugendberichts

Aufsätze in Sammelwerken 2013

Peter Krause, Hanno Falkenberg, Isabella Herzberg

In: Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung. Materialien zum 14. Kinder- und Jugendbericht (Hrsg. Sachverständigenkommission 14. Kinder- und Jugendbericht)
Kinder- und Jugendhilfe in neuer Verantwortung. Materialien zum 14. Kinder- und Jugendbericht (Hrsg. Sachverständigenkommission 14. Kinder- und Jugendbericht)

Abstract

Die im Rahmen des 14. Kinder- und Jugendberichts erfolgenden Auswertungen zum Ausmaß und der Entwicklung des Armutsrisikos bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Basis des SOEP beinhalten die folgenden Arbeitsschritte: Es werden Armutsrisikoquoten für Kinder und Jugendliche in nachstehender Altersdifferenzierung bestimmt: Phase 1: bis zehn Jahre (Unterteilung: 0-2 Jahre, 3-6 Jahre, 7-10 Jahre); Phase 2: elf bis-20 Jahre (Unterteilung: 11-16 Jahre, 17-20 Jahre); Phase 3: 21 bis 30 Jahre (Unterteilung: 21-25 Jahre, 26-30 Jahre). Die Berechnung der Armutsrisikoquoten erfolgt - wie auch bei der nationalen und internationalen Armutsberichterstattung üblich - auf Basis der äquivalenzgewichteten Haushaltsnettoeinkommen. Als Einkommensmessung werden zur Überprüfung der Robustheit der Ergebnisse sowohl die direkt erhobenen Monatseinkommen wie auch die vorjahresbezogenen Einkommen (unter Berücksichtigung von Einkommensvorteilen durch selbst genutztes Wohneigentum [imputed rent]) zugrunde gelegt. Als Armutsschwellenwert wird - wie ebenfalls für die nationale und internationale sozialpolitische Betrachtung üblich - eine Armutsschwelle von 60 Prozent des Medians der äquivalenzgewichteten Haushaltsnettoeinkommen, bezogen auf die Verteilung in der Gesamtbevölkerung, verwendet. Des Weiteren werden auch Analysen auf Basis von 70 Prozent, 50 Prozent und 40 Prozent Armutsschwellen durchgeführt, um so wiederum die Robustheit der Ergebnisse zu prüfen und konkret die Intensität der Betroffenheit von Niedrigeinkommen und Armut zu dokumentieren. Als weiterführende Auswertung wird zudem die Betroffenheit von dauerhafter Armut entsprechend der im Rahmen der europäischen Armutsberichterstattung verwendeten Operationalisierung (arm im gegenwärtigen Jahr und in mindestens zwei der drei vorausgehenden Jahre) ausgewiesen. Die Analysen der altersspezifischen Armutsrisikoquoten wurden auf Grundlage der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEPv27) durchgeführt und umfassen die zeitliche Entwicklung bis 2010. Die Daten des SOEP werden laufend anhand neuester Messungen und Methoden aktualisiert. Zur weiteren Betrachtung der sozialpolitischen Betroffenheit werden die Armutsrisikoquoten für Kinder und Jugendliche zusätzlich nach soziodemographischen Merkmalen, Haushalts- und Familienbeziehungen sowie nach Regionalmerkmalen weiter differenziert. Die Auswertungen beziehen sich auf die jeweilige Verteilung der in privaten Haushalten lebenden Bevölkerung - Anstaltshaushalte (wie zum Beispiel Altenheime etc.) bleiben dabei unberücksichtigt.

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