Adipositas: Status des Freiburger Patientenkollektives zum Zeitpunkt der Erstvorstellung sowie Erfolge der Therapie (Dissertation)

Externe Monographien

Roseline Ruetsch

2009,

Abstract

In den letzten Jahrzehten hat die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas weltweit drastisch zugenommen. Übergewicht bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Erhöhung des Körpergewichts durch erhöhte Fettmasse. Neben einer genetischen Prädisposition sind die Hauptursachen ein zu geringes Bewegungsniveau sowie eine falsche Ernährungsweise.Unsere Studie hat retrospektiv die Daten 200 Adipöser untersucht, um einen epidemiologischen Bericht über eine „adipöse“ Lebensweise herzustellen. Ein weiteres Ziel der Studie bestand darin, die konservative Therapie mit der interventionellen zu vergleichen. In unseren Ergebnissen spiegeln sich die während der letzten Jahrzehnten stattgefundenen Entwicklung des Übergewichtes in Richtung Adipositas wider: untersuchte Adipöse zeigten durchschnittliche BMI-Werte über 45kg/m² und hatten meistens eine morbide Adipositas. Die Analyse verschiedener Charakteristika von Adipositas ergibt folgende Rückschlüsse: Adipositas ist mit niedrigerem sozioökonomischem Niveau verbunden und unsere Patienten gehören häufiger sowohl beruflich als privat benachteiligten Schichten. Ebenso erkennen wir die determinante Rolle der Familienanamnese: Adipöse Patienten sind sehr häufig schon adipöse Kinder gewesen und haben überdurchschnittlich eine positive Familienanamnese bezüglich Übergewicht/Adipositas. Eine andere Ursache der Adipositasentstehung liegt in den Essgewohnheiten. Die Prävalenz von Essstörungen ist bei Adipösen viel höher als in der Allgemeinbevölkerung: „Nibbling“, „Night Eating Syndrom“ und vor allem die „Binge-Eating-Störung“ sind die wichtigsten Essstörungen bei übergewichtigen Personen. Sättigungsregulationsstörungen charakterisieren ebenso die Essgewohnheiten der Adipösen. Ausserdem konnten wir die Rolle der sportlichen Aktivitäten in der Entwicklung von Adipositas bestätigen. Somit definiert die vorliegende Studie eine „adiposigene“ Lebensweise, die zu Entstehung von Übergewicht und Adipositas führt und erkennt Risikofaktoren, die mit schwergradiger Adipositas assoziert sind. In der Tat sind intensives Fernsehen, niedrigeres Abschlussniveau, Essanfällen, vorhandenes Sättigungsgefühl, fehlende professionelle Ausbildung sowie Adipositasentstehung während der Kindheit signifikant mit höheren BMI-Werten assoziert. Der Vergleich beider Therapieformen in unserer Studie liefert eindeutige Rückschlüsse: Patienten, die bei der Bekämpfung der Adipositas mit einem implantierten Magenband unterstützt wurden, zeigen am Ende des Beobachtungszeitraumes signifikant höhere Gewichtstverluste (p<0,001) sowie BMI-Verlust (p<0,001) als Patienten mit alleiniger konservativen Therapie. Ebenso ist der prozentuale Ausgangsgewichtsverlust bei operierten Patienten signifikant höher (p<0,001) als bei der Gruppe Ohne Intervention. Somit zeigt sich die Implantation eines Magenbandes bei extrem adipösen Patienten als eine signifikant erfolgreiche Methode.

Themen: Gesundheit



Keywords: Fettsucht, Gastric-banding, Lebensform, Risikofaktor
Externer Link:
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/6851/pdf/DissertationRuetsch.pdf

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